Daimler: Untersuchung wegen neuer Betrugssoftware von Autoabgasen

Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat ein förmliches Anhörungsverfahren eingeleitet, berichtet die Zeitung Bild am Sonntag. Der Stuttgarter Automobilhersteller bestätigte das Anhörungsverfahren. "Wir arbeiten vollumfänglich mit dem Kraftfahrtbundesamt zusammen und überprüfen die Fakten", sagte Daimler in einer Stellungnahme. "Im Laufe des Anhörungsverfahrens werden wir unsere Sichtweise gegenüber KBA darlegen."

Von den zwischen 2012 und 2015 produzierten Mercedes-Benz GLK 220 CDI-Modellen waren laut Bild-Bericht rund 60.000 Fahrzeuge betroffen. Die Software soll die Stickoxidemissionen unter Testbedingungen reduziert haben. Auf der Straße spuckten die betroffenen Fahrzeuge jedoch deutlich größere Mengen des schädlichen Gases aus, die über den gesetzlichen Grenzwerten lagen.

Der KBA hatte Daimler bereits im vergangenen Jahr beauftragt, 700.000 Fahrzeuge weltweit, davon 280.000 in Deutschland, wegen illegaler Software zurückzurufen. Daimler droht auch eine hohe Geldstrafe wegen des Dieselbetrugs, wie die deutsche Staatsanwaltschaft im Februar mitteilte. Sie habe ein "Bußgeldverfahren" gegen Daimler eingeleitet. Seit 2015 laufen in Deutschland Dieseluntersuchungen, als der Automobilkonzern Volkswagen zugegeben hat, weltweit 11 Millionen Autos mit Abschalteinrichtungen manipuliert zu haben.