Europa hat keine neuen IPv4-Adressen mehr

Die Organisation, die für die Zuweisung neuer IP-Adressen in Europa, dem Nahen Osten und Teilen Zentralasiens verantwortlich ist, sagt, dass ihr die IPv4-Adressen endlich ausgegangen sind.

IPv4-Adressen sind die 32-Bit-Nummern, die zur Identifizierung von Geräten im Internet verwendet werden. Es gibt nur 4,2 Milliarden IPv4-Adressen, und die schnell wachsende Zahl der Geräte - von Smartphones über PCs bis hin zu Fernsehern oder Sensoren für das Internet der Dinge - hat sich schnell durch das Angebot verzehrt.

"Uns sind jetzt die IPv4-Adressen ausgegangen", sagte das RIPE Network Coordination Centre (RIPE NCC) in Amsterdam, das IP-Adressen aus 76 Ländern an ISPs und andere Organisationen vergibt.

Die Nachricht ist keine totale Überraschung, sondern wird seit 2012 erwartet, als RIPE NCC seine endgültige Vergabe von IP-Adressen von der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) erhielt.

Als einzige Quelle für "neue" IPv4-Adressen in der Region sagte der RIPE NCC jedoch, dass seine Ankündigung den Druck auf die Netzbetreiber erhöhen und Bedenken hinsichtlich des skalierbaren Internetwachstums aufkommen lassen würde.

Alle IPv4-Adressen, die von nun an an RIPE NCC zurückgegeben werden, z.B. von Unternehmen, die nicht mehr im Geschäft sind, oder von Netzwerken, die Adressen zurückgeben, die sie nicht mehr benötigen, werden über eine Warteliste zugewiesen. Es wird erwartet, dass dies einige hunderttausend pro Jahr ausmachen wird. "Nicht annähernd die vielen Millionen, die heute von Netzwerken benötigt werden", sagte RIPE NCC.

Trotz Warnungen ist der Nachfolger von IPv4 -- IPv6 - immer noch nicht weit verbreitet, und ein Großteil des Internets läuft heute noch in älteren IPv4-Netzwerken, was bedeutet, dass die Betreiber möglicherweise gezwungen sind, komplexe und teure Workarounds zu nutzen oder IPv6 zu verwenden, sagte RIPE NCC.

Nikolas Pediaditis, Registration Services und Policy Development Manager bei RIPE NCC, sagte: "Mit der Erschöpfung von IPv4 riskieren wir, in eine Zukunft zu starten, in der das Wachstum unseres Internets unnötig begrenzt ist - nicht durch den Mangel an qualifizierten Netzwerkingenieuren, technischen Geräten oder Investitionen - sondern durch den Mangel an eindeutigen Netzwerkidentifikatoren."

In den letzten Jahren hat diese Knappheit einen beträchtlichen Sekundärmarkt für gebrauchte IPv4-Adressen mit Preisen zwischen 10-30 Euro pro Adresse angeheizt, so dass der IPv4-Transfermarkt heute weltweit Hunderte von Millionen Dollar wert ist.