Friday for Future: Streikende Schüler müssen mit Geldstrafe rechnen

Vor dem Hauptbahnhof und dem Kölner Rathaus haben junge Menschen vor der Sommerpause im Westen Nordrhein-Westfalens (NRW) vor dem Hauptbahnhof und dem Kölner Rathaus gecampt. Aber Schüler, die aufgrund der Proteste die Schule verpassen, können mit schwerwiegenden Folgen rechnen.

Das NRW-Bildungsministerium wies auf die Ansprache der Rheinischen Post hin, dass der Schulbesuch auch in der letzten Woche vor den Sommerferien verpflichtend sei.

"Die Teilnahme an Schülerstreiks während der Schulzeit darf nicht zu Lasten des Schulbesuchs gehen und ist daher unzulässig", sagte das Ministerium.

The first Streiktag in Köln ist gefüllt mit Workshops, Diskussionen, Livemusik und vielen, vielen Menschen. Wir sind konsequent und geben uns nicht länger mit unseren Versprechen zufrieden. Schließen Sie sich uns an! #WeekForFuture #FridaysForFuture pic.twitter.com/AyIWzQDkZc

- Friday For Future Köln (@FFF_Koeln) 8. Juli 2019

Fridays For Future tweete, dass der erste Tag der Streikaktion mit Workshops, Diskussionen, Live-Musik und vielen Leuten gefüllt war. "Wir geben uns nicht mehr mit leeren Versprechungen zufrieden", sagten sie.

Das bedeutet, dass ein Verstoß gegen die Schulpflicht zu Konsequenzen führen kann, wie z.B. die permanente Protokollierung der Aktion in den Schülerdaten.

"Zum Beispiel ist eine unentschuldigte Abwesenheit von der Schule auf dem (jährlichen) Zertifikat der Schüler dokumentiert", sagte das Ministerium.

Nach Angaben der Aufsichtsbehörden könnten auch im Extremfall Geldbußen verhängt werden. "Wie hoch diese Geldbußen sein könnten, weil es keine Erfahrungswerte gibt, lässt sich jedoch noch nicht sagen", sagte Sabine Mistler, Vorsitzende des Philologenverbandes in NRW.

"Sie könnten jedoch zwischen 100 und 150 Euro liegen."

Wegweiser für Rechtshilfe

Der Studenten- und Demoveranstalter Lucas Mielczarek hat eine Gruppe zu Whatsapp für Schüler gegründet, die von ihren Schulen für die Teilnahme an Protesten bestraft werden.

"Es ist die erste Anlaufstelle für sie bei der Suche nach Hilfe in Rechtsfragen und ein Wegweiser für Rechtshilfe", sagt Mielczarek. Er fügte hinzu, dass einige Schüler bereits Probleme gemeldet haben. 

Aber er betonte, dass nicht alle Schulen auf diese Weise reagieren. Einige schreiben die Abwesenheit offiziell auf, lassen die Schüler aber wissen, dass sie nicht dauerhaft in ihrer Akte erscheinen wird.

Mielczarek glaubt, dass die Androhung von Geldbußen eine Panikmache der Schulbehörden darstellt. Er hofft, dass Schüler und Schulen gemeinsam eine Lösung finden.

Mistler forderte auch eine bessere Kommunikation zwischen Schülern und Schulen.

"Wenn die Schüler glaubhaft zeigen können, dass sie es ernst meinen und nicht nur von der Schule gehen wollen, dann sollte es für die Schulleitung einfacher sein, eine Lösung zu finden", sagte sie.

Die Anti-Klimawandel-Demonstranten wollen ihren fünftägigen friedlichen Protest in Köln bis Freitag fortsetzen.

Die von der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg ins Leben gerufene Initiative "Fridays for Future" hat dazu geführt, dass Schüler jeden Freitag monatelang in ganz Europa, auch in ganz Deutschland, gegen den Schulunterricht "streiken".

"In dieser Woche sind unsere Kernforderungen, eine Klimakatastrophe zu erklären und das Pariser Abkommen einzuhalten", sagte Lili Braun, Sprecherin der Kölner Niederlassung.

"Deutschland ist eines der Länder in Europa, das seine Klimaziele überhaupt nicht erreichen wird", sagte Braun. Es muss endlich etwas getan werden."